2. August 2011. Weissenstein - Oberdorf. Eigentlich wollte ich ja auf dem Balmberg. Das Auto in Balstal deponiert, nahm ich das Zügli nach Oensingen. Das es ab hier zwei Wege Richtung Solothurn gibt, weiss ich seit heute auch. Und dass ich in Niederbipp nochmals hätte umsteigen sollen auch.
Um via Riedholz mit dem Postauto auf den Balmberg zu gelangen, erkannte ich erst auf meinem Handy (GPS, eigene Position), als wir mit däm blöde Zügli immer weiter weg von der Jurakette abkamen. Eine Hoffnung hatte ich noch, als die Durchsage kam, dass dieser Zug von Solothurn weiter nach Langendorf fahre.
Die Hoffnung, wenigstens nach Oberdorf (ex Talstation des Weissenstein Sesselliftes) zu kommen, endete mit der Durchsage: Endstaion Langendorf. Huere Siech. Auf den Balmberg würde ein Postauto fahren. Wanderweg nach Oberdorf 35 Min. Man gönnt sich ja sonst nichts. Eine Stunde später. Eine Frauhätte mich mit dem Auto mitgenommen, die Passstrasse war aber für den Bergverkehr bis zehn vor Eins gesperrt.
Es war gute 25° heiss, very übel. Auf halber Höhe nahm mich schlussendlich ä geile Siech aus Solothurn mit bis auf die Kulm. Der Wind bliess mal aus West, mal aus Süd. Ein paar Piloten sassen im hohen Grass und waren sich nicht schlüssig. Mit dem Wissen, dass der Westwind am Nachmittag zunimmt, startete ich in einem vermeintlich guten Moment. Nach dem Start nur sinken im Lee, eine Gleitzahl wie vor 20 Jahren.
Hätte ich ein bisschen mehr Profil an meinen Wanderschuhen gehabt, wäre ich prompt an der letzten Tanne hängengeblieben. Hoffentlich hat das keiner fotografiert. Vorne an der Antenne hielt ich mich nach links, ich wollte ja zurück nach Balstal. Ich flog in einen Heber der mich mit 9.2 m/s auch 1600 m hob. Die, die nach mir starteten flogen alle nach rechts und soffen ab.
Wenigstens ein Higlight heute. Am Balmberg versuchten zwei Schirme Höhe zu machen. Der verlässliche Schlauch dor war nur ein Gerupfe, sodass ich mit Kretenhöhe an die zweite Jurakette wechselte und tief bei der Wolfschlucht ankam. Mit mehr Glück als Verstand konnte ich mich in dem Talwind nach längerem Kratzen retten und Höhe machen. Ich erreichte die Wengi-Kette, wo ein paar schöne Kumuli standen. 1800 m an der Basis. Ich querte an die Scheltepasskette.
Und da, beim Tunnel stand der beste Schlauch des Tages. 1975 m, ein bisschen am Wolkenrand geschliffen aber im grünen Bereich. Via Passwang, Vogelberg tankte ich am Chellechöpli nochmals Höhe auf 1800 m. Es kummulierte Richtung Höllstein. Aber auf Höhe Niederdort stand ich im Möhlinjet. Aber auch das stand in der Meteoblue-Vorhersage. Infolge einer Inversion auf etwa 1000 m gabs keine Chance mehr weiter zu kommen. Ich kehrte ich um und landete, nach mehrminütigem Soaren im Felseinschnitt am Dorfeingang nach genau zwei Stunden. "Ah, dir sit das gsi", meine eine vorbeispazierende Dame, als sie mich beim Packen auf dem Felde antraf. Wollte Sie damit sagen, dass ich im CTR Basel eingedrungen war? Kann nicht sein.
Der Buschauffeur von Waldenburg nach Balstal, wollte auch noch wissen, wo ich mit meinem Ballon gestartet sei!? Auf dem Rückweg hat man ja ausreichend Zeit, solche Fragen möglichst verständlich, anständig und ehrlich zu beantworten. Die Lüt si äbe gwungerig! In weniger als einer Stunde war ich wieder beim Auto in Balstal. 30 Km über alle drei Juraketten hinweg sind nicht viel, aber bei den Wetter- und Windverhältnissen ganz OK. Am Balmberg wäre ich wahrscheinlich abgesoffen.
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